In Kinzweiler herrscht Internet-Mittelalter

Presse

Wir zitieren die Eschweiler Nachrichten / Zeitung vom 15.04.2009 (von Stefan Herrmann)

Leitungen lassen weiter nur langsame Datenübertragungen zu. Telekom will bis Ende April schnelleres Netz anbieten.

In Kinzweiler mahlen die Mühlen etwas langsamer als im restlichen Eschweiler. Gemeint sind die technischen Mühlen namens „internetfähige Computer“. Komplett abgeschnitten vom Rest der (Informations-)Welt sind die Dörfler im Norden Eschweilers zwar nicht, doch nur sehr langsam quält sich der digitale Datenstrom durch die bisherigen Netze zu den frustrierten Anwohnern. Das soll ein Ende haben: Ende April liegt die neue Glasfaserkabel-Verbindung einsatzbereit in der Erde. Zwei bis vier Wochen später, so verspricht die Telekom, kann in Kinzweiler gesurft werden – und zwar mit Hochgeschwindigkeit.

Ob das dann allerdings so eintrifft, bezweifelt nicht nur Dietmar Schultheis. Der Vorsitzende des Kinzweiler SPD-Ortsvereins prangert die bisherigen Zustände an. Er selbst lebe im südlichen Teil des Dorfes und empfange nach eigenen Messungen etwa 1 600 Kilobyte pro Sekunde. Nicht viel, aber sogar paradiesische Zustände im Vergleich zu den Notrufen, die ihn aus Kinzweilers Norden rund um die Festhalle erreichen. Hier spuckt die Internetverbindung gerade einmal läppische 360 kb/s aus dem Kabel. „Das sind die geringsten Werte in ganz Eschweiler“, beklagt sich der Ratsherr.

In der Innenstadt und in Pumpe-Stich können Anwohner zum Beispiel mit durchschnittlich 8 000 kb/s durchs World Wide Web surfen, Dürwisser jagen sogar mit bis zu 16 000 kb/s durch die digitale Welt. Im Vergleich dazu herrschen in Kinzweiler Zustände wie im Internet-Mittelalter. „Es hat daher bei uns bereits vor etwa einem Jahr Gespräche mit der Telekom gegeben“, hofft Schultheis auf Besserung. Ob nun die neu verlegten Glasfaserkabel ausreichen, weiß er allerdings nicht.

Nicht nur die Sozialdemokraten nahmen sich des Problems an: Die CDU wollte Geld aus dem Konjunkturpaket II für eine bessere Internet-Anbindung Kinzweilers einsetzen. Dies lehnte die Mehrheit im Stadtrat allerdings ab.

Da der Winter in diesem Jahr einen äußerst langen Atem bewies, verzögerte sich die Baumaßnahme. Eigentlich sollte die Kabeltrasse bereits Ende März komplett fertig sein. „Der Ausbau wird nun Ende April abgeschlossen“, verspricht André Hofmann von der Telekom. Anschließend müsse noch die entsprechende Systemtechnik eingerichtet werden, was weitere zwei bis vier Wochen in Anspruch nehme. Mitte/Ende Mai ist es dann soweit. „DSL kann gebucht werden!“, meint der Telekom-Mitarbeiter.

Neuer Knotenpunkt teuer

Dietmar Schultheis befürchtet allerdings, dass mit dem neuen Glasfaserkabel im gesamten Kinzweiler Gebiet lediglich eine geringfügige Verbesserung eintreten werde, die die bisherigen Topwerte von 1 600 kb/s nur unwesentlich überschreiten werde. Dann müsse weiter nachgebessert werden, so der SPD-Politiker. Die einzige Lösung, so habe er von der Telekom erfahren, wäre dann ein neuer Knotenpunkt. Kostenpunkt: vier Millionen Euro. Kostenträger: die Telekom.

Und hier liegt ein weiteres Problem: Das Unternehmen mit Hauptsitz in Bonn wünscht sich politisch eine stärkere Unterstützung, da sie bisher zwar alleinverantwortlich für den Erhalt und den Ausbau des Breitbandnetzes in Deutschland ist, jedoch auch andere Internet-Anbieter die Kabel-Infrastruktur danach nutzen dürfen.

Für Dietmar Schultheis und alle anderen Kinzweiler heißt es vorerst: Abwarten und Teetrinken. Denn erst wenn die neue Leitung nutzbar ist, kann die Geschwindigkeit überprüft werden. „Kommen wir in Bereiche von 8 000 kb/s, was ich derzeit für unwahrscheinlich halte, wären wir zufrieden.“ Andernfalls müsse auf politischen Wege und durch die öffentliche Unterstützung der Bürger weiter Druck ausgeübt werden. „Wir sollten in Eschweiler ungefähr ein Level haben, was die Qualität der Internetverbindung an-geht. Schließlich sind wir hier nicht mitten in der Eifel“, sieht Schultheis in der momentanen Situation auch enorme wirtschaftliche Standortnachteile für Kinzweiler. „Ein Unternehmen ist bereits wegen dieser Problematik Richtung Alsdorf abgewandert“, weiß der Sozialdemokrat.
----------------------------------------------------------------------
Ende des zitierten Artikels

Den Artikel in Originalansicht finden Sie hier.

 
 

WebsoziCMS 3.8.9 - 002334358 -

 

Link zu den Seiten der StädteRegion Aachen

 

BSI für Bürger

 

Für Kinder...

Die blinde Kuh
...eine Internet-Suchmaschine und noch vieles mehr - speziell für Kinder - gefördert durch das Bundesfamilienministerium.

Seitenstark
...das Angebot der Arbeitsgemeinschaft Vernetzter Kinderseiten.

internet ABC
...das Internet-ABC bietet Kindern und Erwachsenen Infos, Tipps und Tricks rund um das Internet.

 

Ferienkalender...

Einen aktuellen Ferienkalender für alle Bundesländer finden Sie hier.

 

Zitiert...

Wenn ein Drache steigen will, muss er gegen den Wind fliegen.

[Chinesische Weisheit]

 

Suchen...

Suchen

...direkt auf dieser Website.

Über externe Links:

google yahoo lycos
...im Internet mit Suchmaschinen.

Wikipedia
...in einer freien Online-Enzyklopädie.