Homejacking: Immer mehr Fälle alarmieren

Gesellschaft

Wir zitieren die Onlineausgabe der Eschweiler Nachrichten / Zeitung vom 07.07.2010 (von Udo Kals)

Die Ganoven kommen fast ausschließlich nachts, zumeist zwischen zwei und fünf Uhr, wenn die Besitzer friedlich in ihren Federn schlummern, und haben vor allem eines im Sinn: Sie brechen bevorzugt in freistehende Häuser ein, um die Schlüssel für die oftmals teuren Karossen zu klauen, die in der Auffahrt oder in der Garage stehen.

Und das gelingt in letzter Zeit ziemlich oft. Nach mehreren weiteren sogenannten Homejacking-Fällen in den Nächten zu Dienstag und Mittwoch in Aachen sind es jetzt rund 30 Taten, die in der Städteregion seit Anfang Mai verübt worden sind. Bei 40 weiteren Anzeigen ist es - wie bei drei Fällen in Eschweiler-Hehlrath in der Nacht zum Mittwoch - beim Versuch geblieben.

Nachdem es bereits vor einigen Jahren eine von auswärtigen Tätern verübte Homejacking-Serie in der Aachener Region gegeben hat, bereitet diese neuerliche Entwicklung der Polizei Sorgen. «Das Problem spitzt sich zu», sagt Polizeisprecher Paul Kemen. Während seit zwei Wochen eine Ermittlungskommission an der Serie arbeitet, für die nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler durchaus mehrere Tätergruppen infrage kommen könnten, geht die Polizei jetzt mit Verhaltenstipps an die Öffentlichkeit.

Denn: «Die Fahnder haben festgestellt, dass die Täter in den meisten Fällen relativ leichtes Spiel beim Einbruch hatten», sagt Kemen: «Die Haustüren waren oftmals geschlossen, aber nicht verschlossen. Beim Anbohren oder Aufhebeln der Türen stießen die Einbrecher daher auf kein großes Hindernis.» Nachweislich hätten in vielen Fällen die Taten verhindert werden können. Daher appelliert die Polizei, Hauseingangstüren unbedingt abzuschließen. «Die Täter geben vielfach auf, wenn es nicht sofort klappt», sagt Kemen, der zumindest einen positiven Aspekt aus der unerfreulichen Entwicklung zieht: «Bisher hat es keine körperliche Konfrontation mit den Opfern gegeben. Niemand ist körperlich verletzt worden.» Wohl auch, weil die Hausbesitzer zur Tatzeit oftmals geschlafen haben.

Wer indes Einbrecher im Haus bemerkt, sollte sich nicht zum Helden berufen fühlen. Ein Tipp lautet daher: «Nicht selbst eingreifen, sondern die Polizei rufen, wenn es gefahrlos möglich ist.» Zudem sollte man die Autoschlüssel nicht verstecken, sondern beispielsweise auf den Tisch legen, sagt Kemen: «Denn darauf haben es die Täter abgesehen.»

Und in den vergangenen Wochen ist dabei ein erkleckliches Sümmchen zusammengekommen. «Der Schaden geht in die Hunderttausende», sagt Kemen: «Allein bei den jüngsten Fällen sind drei hochwertige Mercedes-Modelle gestohlen worden.» Wobei die Täter auch ältere Fahrzeuge mitnehmen. Dass die Homejacker gerade in der Städteregion oft zuschlagen, ist wohl kein Zufall. Die Grenznähe spiele eine Rolle, sagt Kemen und verweist darauf, dass auch in benachbarten Grenzkreisen die Fallzahlen steigen. Und so bittet die Polizei um erhöhte Aufmerksamkeit und darum, verdächtige Beobachtungen wie das Ausbaldowern ganzer Straßenzüge zu melden.
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Ende des zitierten Artikels

Lesen Sie zu diesem Thema auch Drei Mal Homejacking in der vergangenen Nacht

 
 

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