Der 100. Geburtstag wird nachgeholt

Gesellschaft

(Wir zitieren die Eschweiler Nachrichten / Zeitung vom 18.04.2020 von Andreas Röchter)

Jubiläum für den Spielmannszug Hehlrath. Ein Blick auf die spannenden ersten 50 Jahre des Vereins.

Ein in vielerlei Hinsicht bewegtes Zeitalter liegt hinter den Musikern des Spielmannszugs Hehlrath, der in diesem Jahr seit 100 Jahren besteht. Dieses bedeutende Jubiläum gebührend zu feiern, bleibt den Aktiven zumindest vorerst auf Grund der aktuellen Situation leider verwehrt. Doch aufgeschoben ist natürlich nicht aufgehoben.

Und im Jahr 2021 den 101. Geburtstag zu feiern, ist ja nicht die schlechteste Perspektive. Dennoch gilt es im Festjahr natürlich, das Wirken der Spielleute rückblickend zu beleuchten. Hier ein kurzer Überblick über die ersten 50 Jahre des Spielmannszugs Hehlrath:

Ursprung bei den Schützen

„Jedes Geschaffene hat seinen Ursprung. So auch die Entstehung eines Vereins“, lautet eine der einleitenden Zeilen der Chronik des Spielmannszugs Hehlrath zu dessen 100-jährigem Bestehen. Der Ursprung der Musikvereinigung liegt in der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Hehlrath, die im Jahr 1842 ins Leben gerufen worden war, 1920 also bereits auf eine 78-jährige Historie zurückblicken konnte. Ab 1910 musizierten Hehlrather Spielleute für die Schützengesellschaft. Ein Jahrzehnt später wurde auf Anregung und Initiative des Vorstands der Schützen der Spielmannszug Hehlrath unter dem Namen „Spielleute der St.-Sebastianus-Schützengesellschaft“ gegründet. Rund 20 junge Männer schlossen sich unter dem Vorsitz von Regiments-Tambour Albert Schramm dem Verein an und präsentierten ihr Können erstmals am Weißen Sonntag 1920 der Öffentlichkeit.

Weitere Auszeichnungen

Schnell machten sich die Musiker über ihren Heimatort hinaus einen Namen: Beim Turnfest in Koslar bei Jülich des Jahres 1922 errangen die Spielleute bei ihrem ersten auswärtigen Auftritt als bestes Trommler- und Pfeiferkorps den Ehrenpreis. Weitere Auszeichnungen folgten unter anderem im niederländischen Heerlen (1923), in Übach im Kreis Geilenkirchen (1925), in Dürwiß und Birgel bei Wassenheim (jeweils 1927) sowie 1929 in Birkesdorf, Baesweiler und Fronhoven. Das Fest zum zehnjährigen Bestehen konnte also noch unbeschwert gefeiert werden.

Doch dunkle Wolken zogen am Horizont heran: Am 5. August 1933 fand das letzte Stiftungsfest beziehungsweise Freundschaftstreffen in Hehlrath vor dem Zweiten Weltkrieg statt. Die politische Entwicklung nach der Machtübernahme der Nazis erschwerte die Fortentwicklung des Vereins. Bedingt durch die Einberufung mehrerer Spielleute zum Arbeits- und Wehrdienst kam das Trommel- und Pfeiferspiel im Jahr 1935 zunächst zum Erliegen. Wenig später gelang es dem Spielmann Karl Mertens jedoch, das Spielmannswesen bis zum Kriegsausbruch mit wenigen Mitstreitern doch noch aufrechtzuhalten. Bereits ab 1938 allerdings ohne öffentliche Auftritte. „Die Verantwortlichen des Spielmannszugs waren nicht mehr bereit, weiterhin für die Machthaber des Dritten Reichs zu musizieren und sich für propagandistische Zwecke missbrauchen zu lassen“, heißt es in der Chronik.

Der Kriegs-Katastrophe folgten entbehrungsreiche Nachkriegsjahre, bevor es langsam wieder bergauf ging und die Menschen Hoffnung schöpften. Als die Schützen im Jahr 1948 erstmals wieder zum Schützenfest einluden, fanden sich mit Theo Mertens als Stabführer sowie Paul und Franz Lowis, Paul Heinen, Sigismund Thelen und Hubert Neulen sofort sechs Spielleute, die das Fest musikalisch gestalteten. Der „Spielmannsgeist“ lebte wieder auf, junge Musiker schlossen sich stetig dem Verein an, so dass das Korps in kürzester Zeit wieder auf mehr als 20 Spielleute anwuchs.

Viele Freundschaften

Während der ersten Mitgliederversammlung nach dem Krieg konstituierte sich am 5. August 1950 ein neuer Vorstand mit Sigismund Thelen (1. Vorsitzender) und Theo Mertens (Korpsführer) an der Spitze. Viele Freundschaften mit anderen Spielmannszügen wurden geschlossen, beim 30-jährigen Stiftungsfest nahmen 14 Musikvereine am sonntäglichen Festzug teil. Bald beschlossen die Spielleute während einer Mitgliederversammlung, die erste komplette Uniform nach dem Krieg anfertigen zu lassen. Das 40-jährige Bestehen feierte der Spielmannszug dann mit 15 befreundeten Musikvereinen. Dabei kam es zu einem herausragenden Ereignis für die Indestadt: Die Uraufführung des Laridah-Marsches, vorgetragen vom Spielmannszug Blau-Weiß und den Fanfarentrompetern der KG Rote-Funken-Artillerie.

Im Jahr 1963 folgte ein weiterer wichtiger Schritt. Auf Anregung von Heinz Maaßen, Bürgermeister der Gemeinde Kinzweiler, schloss sich der Spielmannszug Hehlrath der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Kinzweiler an. Die Spielleute wurden mit Feuerwehruniformen ausgestattet und verpflichteten sich, die Wehr aktiv zu unterstützen und diese bei Ausmärschen musikalisch zu begleiten.

Dennoch blieb der Spielmannszug auch weiterhin ein selbstständiger Verein. Zu Beginn des Jahres 1965 trat dann der Vorsitzende Sigismund Thelen nach langjährigem Engagement aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurück. Zum Nachfolger wurde Willi Linzen gewählt. Im August des gleichen Jahres verabschiedete sich Korpsführer Theo Mertens aus dem aktiven Dienst und wurde zum Ehrenkorpsführer ernannt.

Langsam aber sicher liefen die Vorbereitungen für ein besonderes Jubiläum an. Der Spielmannszug Hehlrath wurde 50 Jahre alt: „Vom 11. bis 13. Juli 1970 erlebte Hehlrath drei berauschende Musiktage im Festzelt auf dem heutigen Kinderspielplatz an der Oberstraße“, berichten die Chronisten. Mit positiven Folgen für die Spielleute, die sich einen lange gehegten Wunsch erfüllten: Der Erlös des Festes sowie die Unterstützung der Hehlrather Bevölkerung machte die Anschaffung eines zweiarmigen Schellenbaumes möglich.

INFO
Der Nachholtermin für das Jubiläumsfest

Der Spielmannszug Hehlrath holt sein Jubiläumsfest zum 100-jährigen Bestehen voraussichtlich vom 7. bis 9. Mai 2021 nach. Fast alle Künstler haben bereits ihre Bereitschaft signalisiert, auch dann dabei zu sein.

Zum voraussichtlichen Jubiläumskonzert am 10. Oktober dieses Jahres im St. Jöriser Kloster erscheint die große Festschrift mit der Chronik „100 Jahre Spielmannszug Hehlrath“.


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