Baupläne bringen St. Jöriser auf die Palme

Gesellschaft

Wir zitieren die Eschweiler Nachrichten / Zeitung vom 15.02.2013 (von Friedhelm Ebbecke-Bückendorf)

Verschwindet der dörfliche Charakter des 840-Seelen-Ortes an der Merzbrücker Straße unter Tonnen von Beton und Klinkern?

Es zieht sich. Seit Jahren werden Pläne diskutiert, in St. Jöris den Bau von ein paar neuen Einfamilienhäusern zuzulassen, damit junge Leute, die aus dem Dorf stammen, nicht wegziehen. Jetzt soll die Planung öffentlich ausgelegt werden. Zunächst die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans. Der Bebauungsplan kommt dann später.

In dem 2009 aufgestellten Eschweiler Flächennutzungsplan war eine Lösung am Ostrand des Ortes gefunden worden, südlich der Häuser am Georgsweg. Kaum beschlossen, entschied sich die Stadt anders. Im März 2010 änderte der Planungsausschuss des Stadtrats seine Meinung und entschied: Die kleine Siedlung soll auf einem anderen, nicht weit entfernten Acker gebaut werden, der liegt an der Merzbrücker Straße, gleich hinter dem Ortseingang.

In der Bevölkerung von St. Jöris waren die Pläne stets umstritten. Einige Familien wünschten sich dringend Bauplätze, andere lehnten ein Neubaugebiet ab, um den dörflichen Charakter des 840-Einwohner-Ortes zu erhalten und um das Kanalnetz und das Regenüberlaufbecken nicht zu überlasten.

Die Zahl der Häuser wurde in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses noch einmal Thema. Denn die Zahl 25 bedeutet nicht „höchstens 25“, stellte SPD-Fraktionsvorsitzender Leo Gehlen klar: „25 Häuser sind nur ein erster Schritt.“ „Genau das ist ja die Sorge der Bürger in St. Jöris“, entgegnete Christian Braune (FDP), „dass noch ein zweiter und dritter Schritt kommt!“

Baudezernent Gödde relativierte: Die Zahl 25 sei nicht exakt, es könnten „im ersten Schritt auch 22 oder 26 sein. Wir werden dann, in Jahren oder Jahrzehnten, sehen, ob der Bedarf da ist, dass es noch weitere Anträge gibt.“ Dann käme ein zweiter Schritt. Gehlen: „Wir hatten bis zu 50 Häuser diskutiert.“

Einwände gegen die Neuplanung kamen unter anderem auch von den Eigentümern von Haus Kambach. Sie wiesen auf mögliche Konflikte mit dem Golfplatz hin: Er grenzt direkt an das neue Baugebiet. „Sei Jahren liegen dort die genehmigten Bahnen 13 (Endpunkt) und 14 (Abschlagspunkt).“ Konflikte zwischen Wohnen und Sport seien vorprogrammiert – in Gedanken sieht man da schon die Golfbälle durchs Wohnzimmerfenster fliegen.

Die Stadt Eschweiler will das nicht gelten lassen. Sich darüber Gedanken zu machen, sei dann Aufgabe beim Aufstellen des Bebauungsplans.

„25 Häuser sind nur ein erster Schritt.“
Leo Gehlen,
SPD-Fraktionschef

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Ende des zitierten Artikels

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