300 Jahre und noch immer quicklebendig

Gesellschaft

Wir zitieren die Eschweiler nachrichten / Zeitung vom 22.05.2018 (Von Manuel Hauck)

Kinzweilers St.-Blasius-Schützenbruderschaft feiert ihren besonderen Geburtstag mit vielen Gästen und großem Programm

Ein denkwürdiges Fest feiert Kinzweiler, denn die Schützenbruderschaft St. Blasius kann auf ein Bestehen von 300 Jahren zurückblicken. Gesichert ist, dass das Dorf Kinzweiler im Jahr 1718 erstmalig Schützen beherbergt. Freie und wehrhafte Bürger vereinigten sich, um für „Glaube, Sitte und Heimat“ einzutreten, ohne Eigennutz und zum Wohle aller. Nun feierten die Kinz-weiler Schützen über das lange Pfingstwochenende ihr Schützenfest, gleichzeitig auch Bezirksschützenfest und ihren 300. Geburtstag.

Nach rund zwei Jahren Vorbereitung für das mehr als runde Jubiläum folgte gewohnheitsgemäß zunächst einmal das Schießen. Am Vatertag wurde bei den Erwachsenen der König und bei der Jugend der Prinz ermittelt. Zudem entbrannte ein Wettstreit um den Titel Jubiläumskönig unter den Königen der Vergangenheit. Schützenkönig wurde Willi Bonn, der allerdings zum Kaiser ernannt wurde, nachdem er den Königstitel nun zum dritten Mal erlangt hatte. Damit tat er es seiner Frau Susanne Bonn gleich; beide gingen somit als Kaiserpaar in das Fest. Schützenprinz wurde nach dem Schießen Pascal Krieger, und Timo Becker war der Jubiläumskönig.

Ehe die Majestäten gekrönt wurden, lud die Schützenbruderschaft an Pfingstsamstag zum Kinzweiler Schlager-Festival. Ein Abend, für den bereits im Vorverkauf Tickets erworben werden konnten. Rund 100 Feierwütige fanden den Weg in die Festhalle Kinzweiler, der Zuspruch hätte durchaus höher ausfallen können. Möglicherweise verlangten die verlängerten Pfingstferien und das Fußball-Pokalfinale ihren Tribut. Doch die, die da waren, ließen sich das Feiern nicht nehmen und tanzten ausgelassen zu gleich vier musikalischen Programmpunkten. Stabelsjeck, De Halunke und Puddelrüh präsentierten sich als mehrköpfige Musikeinheiten, neben karnevalistischen Liedern bewiesen die Bands mit ihren Sommer-Sets die Vielfalt der Musik. Der Aachener DJ „Journey“ sorgte vor, zwischen und nach den Live-Acts für gute Stimmung mit Schlagern und Hits.

Eine Nacht, die nicht allzu kurz ausfallen musste, auch wenn die gastgebende Schützenbruderschaft St. Blasius alle Hände voll zu tun hatte und Besonderes für den Krönungstag geplant hatte. Zunächst zog das Gefolge am Nachmittag vom Schützenheim zur Kirche St. Blasius, um das Zeremonielle des Schützenfests hochleben zu lassen.

Zahlreiche Freunde dabei

Eine traditionelle katholische Messe zelebrierten die Schützen mit dem Pfarrer Dr. Rainer Hennes, der in seinem Amt als Präses seit 1989 fast 30 Jahre des Zusammenwachsens der Schützenbruderschaften miterleben durfte. Er segnete die Insignien der Majestäten, ehe die Bruderschaft ihren König und Prinz damit kleidete und somit krönte. Lesungen, Gebete wie das Vaterunser und Fürbitten wechselten sich mit Liedern ab und dienten im doppelten Sinne als Bekenntnis, „für Glaube, Sitte und Heimat“.

Zahlreiche befreundete Bruderschaften des Bezirksverbandes Eschweiler, aber auch aus Alsdorf verfolgten die Krönung ebenso wie der Diözesankönig, der aus Stolberg kam. Nachdem alle auf den Kirchenvorplatz getreten waren, organisierte Michael Müller, zweiter Brudermeister der Kinzweiler Schützen, den Festumzug. Üppig durch die anderen Bruderschaften mit ihren Majestäten und einer Fahnenabordnung besetzt, spielte aber auch die Musik eine gewichtige Rolle. Vier Züge konnten verpflichtet werden, die während des rund einstündigen Umzugs wechselseitig musizierten: das Kinzweiler Trommler- und Pfeifercorps Kinzweiler, das Tambourcorps Gloria Lechenich aus Erftstadt, der Königliche Spielmannszug aus Walhorn in Belgien und die schottisch anmutende Coriovallun Pipe Band aus Heerlen. Zu Beginn des Festumzugs stand traditionell der Vorbeimarsch an, die gekrönten Majestäten zogen an den Musikgruppen und dem Bezirks- und Diözesankönig vorbei, ehe alle gemeinsam den Marsch bestritten.

Ehrenplakette des Landes

Kaiserwetter für das Kaiserpaar gab es jedoch nicht, der Regen setzte genau während des Umzugs ein, hielt sich aber im Zaum, sodass das Gefolge weitestgehend trocken in die Festhalle Kinzweiler einzog. Dort angekommen folgte ein weiterer besonderer Moment des Wochenendes. Nun vereinigten sich die vier Musikgruppen und stimmten den Klassiker „Highland Cathedral“ an, besser bekannt im Kölschen als „Du bes die Stadt“. Pfeifen, Trommeln und Dudelsäcke erklangen und sorgten für tosenden Applaus.

Nach der Einkehr in der Festhalle ließen es sich auch die Gratulanten nicht nehmen, den Schützen zu ihrem 300-jährigen Bestehen die Ehre zu erweisen. Bürgermeister Rudi Bertram fand als Schirmherr ebenso anerkennende Worte wie Stefan Kämmerling als Landtagsabgeordneter. Kämmerling verlieh den St. Blasius-Schützen die Ehrenplakette des Landes Nordrhein-Westfalen. Stellvertretend für das Land freute er sich über das wertvolle und langjährige Engagement der Bruderschaft, denn sie mache das Leben in Kinz-weiler reicher.

Show, Walzer, Auszeichnungen

Der Krönungsabend nahm seinen Lauf, Alleinunterhalter Peter-Heinz Arnolds begleitete mit Musik, tänzerisch wurde es nicht nur beim Walzer der Majestäten. Zunächst heizte die karnevalistische Showtanzgruppe aus Schaufenberg mit ihrem Tanz ein. Daran knüpfte sich die zeremonielle Krönung an, nachdem die heilige bereits zuvor erfolgt war. Der General verordnete den Ehrentrunk für das in der Mitte sitzende Kaiserpaar Willi und Susanne Bonn. Nachdem die Gesellschaft die Majestäten hochleben ließen, bat der General zum Kaiserwalzer. Willi Bonn begann und beendete das muntere Treiben, bei dem die Generäle mit der Kaiserin Susanne ein Tänzchen wagen durften.

Bei der Tradition bleibend, wurden anschließend die Beförderungen vorgenommen. Jochen Dickmeis und Stefan Bonn wurden zum Hauptmann und Markus Bonn zum Major ernannt. Aber auch der Kaiser Willi Bonn konnte zum Oberstleutnant befördert werden. Daraufhin wollte auch der Diözesankönig von den noch älteren Schützen aus Stolberg-Stadtmitte, Stefan Doncks, den Gastgebern gratulieren und bewies die freundschaftliche Verbundenheit der Bruderschaften.

Susanne Bonn ehrte als erste Brudermeisterin anschließend noch die Jubilare, ehe wieder Tanz folgte. Die Showtanzgruppe Firebirds aus dem Eschweiler Norden präsentierte sich mit abwechslungsreichen Tanzschritten, Hebefiguren und Lichteffekten. Begeisterter Jubel führte zur Zugabe.

Schließlich war der offizielle Teil des Kaiser-Krönungsabends abgeschlossen, gefeiert wurde weiter. Einen richtigen Ausklang feierte die St. Blasius-Schützenbruderschaft mit dem Frühshoppen an Pfingstmontag. Nachmittags wurde schließlich gesondert an die ältere Generation gedacht. Kaffee und Kuchen beim Seniorennachmittag rundeten das Kinzweiler Schützenfest ab.


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