Parteisoldat ist nun Kandidat

Bundespolitik

Wir zitieren die Eschweiler Nachrichten / Zeitung vom 29.10.2012 (Von Karl Stüber)

SPD-Delegierte entscheiden: Detlef Loosz tritt bei der Bundestagswahl an. Er soll dem CDU-Platzhirsch Helmut Brandt den Wahlkreis abluchsen. Eine Gegenstimme und eine Enthaltung.

Der Rummel um ihn ist nicht seine Sache. Fast schon etwas schüchtern nimmt er die Ovationen seiner Parteifreunde entgegen, schüttelt Hände, lässt sich umarmen – und das herzlich. Detlef Loosz ist gerade in den Seminarräumen der Stadthalle Alsdorf von 67 Wahldelegierten aus den Kommunen des ehemaligen Kreises Aachen zum Bundestagskandidaten bestimmt worden. Eine Gegenstimme hat er sich eingefangen, eine Enthaltung wird gezählt. Klar, die Wahl war geheim, aber die Wette gilt, dass er selbst für die eine Enthaltung gesorgt hat.

Loosz, Jahrgang 1953, geboren in Unna, den das Leben nach Alsdorf gespült hatte, hat sich eigentlich schon im Un-Ruhestand eingerichtet. Im Berufsleben war der ausgebildete Kaufmann im Groß- und Außenhandel, der sich anschließend zum Gewerkschafter ausbilden ließ, zuletzt in Alsdorf Bezirksleiter der IGBCE, die einmal IGBE war. Also nur Bergbau, ohne Chemie. So ganz ohne Engagement fürs Allgemeinwohl, wie all’ die Jahre zuvor, wollte er es aber noch nicht haben. Loosz führt seit dem 1. Februar 2011 die SPD-Fraktion im Alsdorfer Rat. Da ist er kein Mann der ausschweifenden Worte und kommt in geradlinig formulierten Sätzen stets auf den Punkt, überlässt politische Scharmützel und damit verbundenes Geschwafel anderen.

Bei der Suche nach einem Kandidaten für die Bundestagswahl im nächsten Jahr verfiel die SPD letztlich auf ihn. Angeblich haben andere zuvor abgewinkt. Wenn das so ist, hätten die Genossen letztlich mit Loosz keine bessere Wahl treffen können, um wieder an ihre eigentlichen Ideale vor der Zeit von Kanzler Gerhard Schröder anzuknüpfen, der heute für Russland Gas (Gazprom) vermarkten hilft. Loosz soll CDU-Platzhirsch Helmut Brandt – ebenfalls aus Alsdorf – den Wahlkreis abluchsen. Der Rechtsanwalt ist oft in Berlin und geht daheim seiner Juristerei nach. Und was macht er für seinen Wahlkreis, die Menschen dort? Loosz hat darauf eine Antwort: „Der jetzige CDU-Bundestagsabgeordnete ist ja ein Rechtsanwalt, der offensichtlich wenig Zeit für unsere Region hat. Daraus kann jeder seine Schlüsse ziehen“, sagt er – der Saal tobt.

Eine Art Lagerwahlkampf

Die SPD setzt auf eine Art Lagerwahlkampf: Dort der schnieke CDU-Jurist im fernen Berlin mit einträglicher Klientel in seiner Sozietät. Hier der SPD-Arbeitnehmervertreter, der Anwalt der kleinen Leute ist, für die jeder Cent gilt und die das schicke Restaurant nur von außen kennen. Loosz verputzt Grillteller im Zuge von Pressekonferenzen, wenn andere lustlos im Salat herumstochern. So ist er halt. Geradeheraus und hemdsärmlig, was durch seinen Ruhrpott-Slang noch unterstrichen wird. Er hat als Wahlkampfmanager bei der vergangenen Kommunalwahl Alfred Sonders zum Amt des Bürgermeisters in Alsdorf verholfen. Ein Parteisoldat der ersten Reihe eben.

„Wir brauchen einen gesetzlichen Mindestlohn, von dem auch die Menschen in den unteren Gehaltsgruppen anständig leben können“, sagt Loosz. Zudem müssten die steuerlichen Belastungen wieder so verteilt werden, „dass die Reichen die Armen stützen“, nennt er eine weitere Kernaussage seines Wahlkampfs und seiner politischen Arbeit, sollte er für die Sozialdemokraten in den Bundestag einziehen. Loosz sieht sich auf der Wellenlänge des ehemaligen und verstorbenen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Johannes Rau, der da sagte: „Starke Schultern müssen mehr tragen als Schwache.“ Loosz geht nicht als schmächtig durch, ist eher stämmig. Er würde im Bundestag zu den Exoten zählen. Nicht beamtet, kein auf Akademiker Machender. Er formuliert das anders: „Ich glaube, dass es wichtig ist, dass unsere Region endlich mal wieder mit einem Arbeitnehmervertreter im Bundestag vertreten ist.“

Geduldig wartet Loosz gegen Ende der Wahlversammlung auf den inszenierten Gag. Per Handklingel, mit der ansonsten im Hotel der Portier herbeigebimmelt wird, soll er via aufgesetztem Mikrofon für den Saal laut vernehmlich das Signal zur Freischaltung seines Wahlkampfauftritts im Internet geben. Aber die digitale Technik spielt nicht zeitgerecht mit. Peinliche Zeit verrinnt.

Wäre es nach Detlef Loosz gegangen, hätte er den Quatsch wohl gelassen. Aber er weiß, dass das Internet Gegenwart und Zukunft (mit-)bestimmt. Ein authentischer Parteisoldat mit Blick für die Menschen.
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Ende des zitierten Artikels

 
 

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