Notdienst: Ist eine öffentliche Diskussion nicht gewollt?

Kommunalpolitik

Wir zitieren aus der Rubrik "ANGEMERKT" der Eschweiler Filmpost vom 05.11.2014 (Von Michael Cremer)

Glaubt man Dr. Lothar Nossek, dann ist es um den Verbleib der Notdienstpraxis im Eschweiler Krankenhaus ganz gut bestellt. Der Vorsitzende der Kreisstelle Aachen-Land der Kassenärztlichen Vereinigung und der hiesigen Ärztekammer signalisierte in der Stadtratssitzung am vergangenen Mittwoch, dass er eine Fusion der Notdienstpraxen Stolberg und Eschweiler mit Sitz im St. Antonius-Hospital befürworte, zumal das Stolberger Krankenhaus nach Aussage Nosseks offenbar keinen gesteigerten Wert auf den Fortbestand einer eigenen Praxis legt.

Selten wurde eine Diskussion im Rat in den zurückliegenden Jahren so emotional, ja hitzig, geführt wie jene am Mittwochabend, als es um die Frage ging, ob es denn auch in naher Zukunft eine Notdienstpraxis in Eschweiler geben wird – eine Einrichtung die der Verein „Medizinisches Qualitätsnetz“ seit zwölf Jahren erfolgreich unterhält.

Ärztemangel, so Dr. Nossek, sei letztlich der Grund dafür, dass die Zahl der Notdienstpraxen reduziert werden müsse. Dieser Mangel rühre vor allem daher, dass ein Großteil der Absolventen eines Medizinstudiums Frauen seien und diese, anders als ihre männlichen Kollegen, mehr Wert auf Kind und Familie legten, sprich: weniger Zeit für ihren Beruf aufbringen wollten. Ob Dr. Lothar Nossek, wie von der CDU ins Feld geführt, mit diesem Argument (und einigen weiteren auch) unbedingt zur Versachlichung beigetragen hat, sei dahingestellt. Zumindest schauten sich viele im Ratssaal fragend an.

Die vom CDU Fraktionsvorsitzenden Willi Bündgens eingeforderte Versachlichung ließ er selbst zumindest bis zum Mittwochabend vermissen. Neben Vorwürfen gegen den SPD-Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling, die dieser in die Kategorie „unterste Schublade“ einordnete, war es vor allem eine öffentliche Äußerung von Bündgens, die Rudi Bertram auf die Palme brachte: der Eschweiler Bürgermeister sei schon im Februar 2013 über die geplante Neuorganisation des Notdienstes informiert gewesen und sei tatenlos geblieben.

Bündgens hatte sich dabei auf ein „klärendes Gespräch“ mit seinem Alsdorfer Parteifreund Dr. Lothar Nossek bezogen, in dem der Mediziner auf eben jene Bürgermeisterrunde im Februar 2013 verwiesen hatte. Hier hatte er allgemein über eine Neuorganisation referiert. Zum Zeitpunkt dieser rein informellen Zusammenkunft der Bürgermeister in der Städteregion lag Bertram nachweislich zur stationären Behandlung im Eschweiler Krankenhaus. Einen Stellvertreter für solche Runden gibt es nicht, ein Protokoll in der Regel ebenso wenig. Deshalb hatte sich Bertram nach eigenem Bekunden bei seinen Amtskollegen im Nachhinein über das Treffen informiert, verbunden mit der Frage, ob Eschweiler dort Thema gewesen sei. Dies hätten alle verneint. Bis heute zu war der ärztliche Notdienst kein Thema mehr in der Bürgermeisterrunde. Das liegt wohl auch daran, dass Dr. Lothar Nossek nach eigener Aussage bei seinem letzten Vortrag im Februar 2013 signalisiert hatte, er werde wieder auf die Bürgermeister zukommen, wenn die Planungen in der Kassenärztlichen Vereinigung „konkretisiert“ würden.

Hier sei die Frage erlaubt: Wie konkret müssen diese Pläne denn noch werden, bevor man Informationen über den Stand der Dinge weitergibt? Spätestens an dieser Stelle kann man vermuten, warum die Presse in der Diskussion um den Notdienst von Bündgens und Nossek als Buhmann hingestellt wurde: Offenbar ist eine öffentliche Auseinandersetzung darüber gar nicht gewollt.

Nun ist es aber in einer Demokratie so, dass die Presse auch die Aufgabe erfüllt, Vorgänge ins Licht zu rücken, die von öffentlichem Belang sind, und zwar bevor – man ist geneigt zu sagen: nach Gutsherrenart – Fakten geschaffen werden, die nicht mehr zu ändern sind. Erinnert sei an die Neuordnung des Apotheken-Notdienstes, die quasi im stillen Kämmerlein und über die Köpfe derer hinweg beschlossen wurde, die es direkt betrifft: die Kranken.

Ein solcher Prozess muss öffentlich begleitet werden, nicht zuletzt deswegen, weil die Öffentlichkeit ein Recht darauf hat zu erfahren, welche Konsequenzen eine Neuregelung des ärztlichen Notdienstes für jeden Einzelnen hat. In Eschweiler und anderswo.


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