Hehlrath: „Osttangente“ statt Nadelöhr

Gesellschaft

(Wir zitieren die Eschweiler Nachricten / Zeitung vom 25.4.2018 von Patrick Nowicki)

Feldweg am Autohaus soll zur Straße ausgebaut werden. Zukunftspläne für den Alten Schulhof. Bürgerhaus ein Thema im Ort.

Die Verkehrssituation in Hehlrath war in der Vergangenheit immer wieder Thema. Dass die südliche Fahrt aus dem Ort bisher lediglich durch die sehr enge Straße „An der Fauch“ möglich ist, stößt vielen Anwohnern sauer auf. Nun scheint eine Lösung greifbar: Die Stadt plant, den Feldweg, der von der Velauer Straße aus am Bolzplatz vorbeiführt, zur regulären Straße auszubauen. Möglich macht dies der Wunsch des dort ansässigen Autohauses, sein Betriebsgelände zu erweitern. Ein Teil der Flächen soll allerdings nicht nur für eine Autowerkstatt, sondern auch für Wohnhäuser genutzt werden. Der Plan bietet die Möglichkeit, später ein Dorf- und Gemeinschaftshaus am Bolzplatz zu errichten. Dies würde die Tür öffnen, das Areal der Alten Schule zu vermarkten. Am morgigen Donnerstag entscheidet darüber der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss.

Die Pläne sind nicht neu, sondern lagen schon vor drei Jahren auf dem Tisch, als die Bürgerproteste besonders laut wurden. Nachdem sich einige Kommunalpolitiker des Themas angenommen hatten, beauftragte die Stadt ein Aachener Ingenieurbüro mit der genauen Untersuchung, die auch eine Verkehrszählung im Eschweiler Nordwesten umfasste. Das Ergebnis: Der Verkehr wird größtenteils von Hehlrathern selbst verursacht. Eine hohe Belastung für die Menschen an den Straße „An der Fauch“ sowie der Kreuzstraße wurde jedoch auch festgestellt.

Lückenschluss

Als Lösungen wurden zwei Straßenverläufe ermittelt, wovon die sogenannte „Osttangente“ nun umgesetzt werden soll. Die Straße soll entlang der westlichen Grundstücksgrenze des Autohauses Koch zwischen der Straße „Auf dem Felde“ sowie der Velauer Straße entstehen. Sie würde den Lückenschluss bilden und eine Ortsdurchfahrt über die Straßen Kinzweilerstraße, Velauer Straße, der neuen Planstraße und „Auf dem Felde“ ermöglichen.

„Wir sichern einen Unternehmensstandort und können gleichzeitig die Situation an der Straße An der Fauch entschärfen.“
Hermann Gödde,
Technischer Beigeordneter

Die Eckpfeiler mit dem Betreiber des Autohauses sind abgesteckt. Ursprünglich war geplant, dass lediglich 150 Meter des Feldweges ausgebaut werden, damit Fahrzeuge die vom Investor vorgesehenen Wohnhäuser erreichen. Die Kosten dafür hätte er zahlen müssen. Nun beteiligt er sich an dem Gesamtausbau finanziell. Wie viel die Stadt an dieser Stelle investieren muss, steht noch nicht fest. „Wir erreichen an dieser Stelle allerdings mehrere Dinge“, betont der Technische Beigeordnete Hermann Gödde, „wir sichern einen Unternehmensstandort und können gleichzeitig die Situation an der Straße An der Fauch entschärfen.“ Zudem schaffe man Flächen für Wohnungsbau in Hehlrath. „Denn der Druck auf dem Wohnungsmarkt ist nach wie vor sehr hoch“, berichtet er.

Freie Bauflächen sind in Hehlrath rar, da in einigen Bereichen der ehemalige Braunkohleabbau und die Entwässerung Probleme bereitet. Eine belastete Fläche könnte nach vielen Jahren in naher Zukunft vielleicht doch Platz für Wohnhäuser bieten: das Areal am sogenannten „Gashaus“, an der Straße „An der Fauch“. Die Stadt hat erneut einen Gutachter beauftragt zu klären, ob weiterhin Gas aus dem Erdreich tritt. In unmittelbarer Nähe, an der Kante zum ehemaligen Tagebau Zukunft, hat sich vor Jahrzehnten eine wilde Mülldeponie befunden. „Das endgültige Ergebnis liegt zwar noch nicht vor, aber die ersten Zwischenresultate deuten darauf hin, dass dort kein Gas mehr freigesetzt wird“, schildert Gödde. In diesem Fall wäre der Weg für eine Bebauung frei. Darüber dürfte sich der Kämmerer freuen, denn die Wiese ist in städtischem Besitz.

Dies gilt auch für den ehemaligen Schulhof der Alten Schule an der Velauer Straße. Das Areal ist in die Jahre gekommen und wird aktuell als Parkplatz und Lagerfläche genutzt. Dort könne sich Gödde eine Wohnbebauung vorstellen. Der Haken: Der ehemalige Schulhof steht für Veranstaltungen als Festplatz zur Verfügung. Aus diesem Grund sichert sich der Beschluss des Ausschusses die Möglichkeit für ein Bürgerhaus nördlich des Autohauses. Der daran grenzende Bolzplatz könnte vorübergehend als Festwiese genutzt werden. Grundsätzlich soll die Spielfläche für Kinder aber erhalten bleiben.

Aktionen der Anwohner

Vor allem der Ausbau des Feldwegs wird einigen Hehlrathern gefallen. In der Vergangenheit initiierten die Anwohner der betroffenen Straßen Aktionen und trafen sich mit Kommunalpolitikern – unter anderem mit den Fraktionsvorsitzenden Willi Bündgens (CDU) und Christian Braune (FDP). Die Meinung der Anwohner: Durch die hohe Verkehrsbelastung seien Kinder und ältere Menschen gefährdet. Schließlich sei in der Einbahnstraße „An der Fauch“ kein Bürgersteig vorhanden. Auch Häuser seien schon mehrfach beschädigt worden. Die Anwohner sammelten vor drei Jahren Unterschriften und machten Bürgermeister Rudi Bertram auf das Problem aufmerksam. Dieser Protest mündete schließlich in einer Bürgerversammlung im Saal des Rathauses. In deren Rahmen stellte Diplom-Ingenieur Wolfgang Menningen die Ergebnisse der Verkehrszählung vor. In Hehlrath sei nicht der Durchgangsverkehr, sondern der Verkehr, der von den Bewohnern selbst verursacht werde, der so genannte Quellverkehr, das Problem, hieß es.

Beliebte Abkürzung

Schon heute wird der Feldweg entlang des Hehlrather Fließes – wenn auch verboten – als beliebte Abkürzung genutzt. Sie führt über das Hehlrather Fließ. Die derzeit dort bestehende Brücke müsste verstärkt werden. Gödde rechnet damit, dass im kommenden Jahr schon die Bagger anrollen werden. „Daran ist auch dem Investor, also dem Betreiber des Autohauses gelegen“, sagt der Technische Beigeordnete. Das Unternehmen will seine Werkstatt vergrößern und aus diesem Grund einen Neubau hinsetzen. Darin soll auch die Lackiererei, die aktuell noch am alten Firmenstandort in Kinzweiler zu finden ist, untergebracht werden. Damit dies möglich ist, wurde auch der übergeordnete Flächennutzungsplan angepasst. Der Straßenneubau soll zeitnah erfolgen. Eine genaue Kostenberechnung besteht allerdings noch nicht.

Stimmt der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss wie erwartet für das Vorhaben, dann werden die Pläne zur Einsicht im Rathaus ausgelegt. In der öffentlichen Sitzung am morgigen Donnerstag stehen ab 17.30 Uhr auch das städteregionale Gewerbeflächenkonzept, die Pläne für das Areal der ehemaligen Eissporthalle und der Tennisplätze an der Jahnstraße und die Zukunft der Fläche südlich des Dürwisser Rodelbergs auf der Tagesordnung. Diskutiert wird auch ein Antrag der CDU, der sich mit der südlichen Innenstadt und deren Entwicklung befasst.

Unter anderem beschäftigen sich die Christdemokraten mit dem Gedanken, die Neustraße für Verkehr zu öffnen.


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