Wir zitieren die Onlineausgabe der Eschweiler Nachrichten / Zeitung vom 04.07.2010
Beim Klimaschutz möchte die Stadt Eschweiler mit gutem Beispiel vorangehen: mehr erneuerbare Energien, besserer Einsatz der Energie, weniger Kohlendioxid. Dieses Gas, chemische Bezeichnung CO2, gilt als Klimakiller.
Am Donnerstag unterzeichneten Bürgermeister Bertram und Axel Kahl, Prokurist der Energie- und Wasserversorgung GmbH (EWV) eine Kooperationsvereinbarung für zunächst drei Jahre. Dann stiegen sie aufs Rathausdach. Dort blitzen nagelneue Solarmodule in der Sonne - eine Photovoltaikanlage, die jährlich rund 10.000 Kilowattstunden Strom produzieren soll. Eine Menge, die für drei Haushalte reicht.
Das Rathausdach als erstes Projekt - das hat natürlich auch symbolische Bedeutung. «Wir wollen beim Kohlendioxid auf den Stand von 1990 zurück», sagt Helmut Gühsgen, der Amtsleiter für Gebäudemanagement in der Stadtverwaltung. Die nächsten Gebäude mit Photovoltaikanlagen werden die Sporthalle Eichendorffstraße und das neue Feuerwehrgerätehaus in Weisweiler sein. Auf der Liste stehen auch die Sporthalle Bergrath, die Feuerwache, der Neubau für das Gymnasium an der Preyerstraße. Außerdem wird bereits in diversen Sporteinrichtungen, zum Beispiel der Sporthalle Kaiserstraße, die Sonnenwärme zur Warmwasserbereitung genutzt.
Bei der Kooperation mit der EWV bedient die Stadt sich ihrer eigenen Firma, der Städtischen Wasserwerk GmbH, bei der die EWV zu 25 Prozent Miteigentümerin ist. Dieses Modell habe sich bereits bewährt, hieß es bei der Vertragsunterzeichnung am Donnerstag voriger Woche im Rathaus.
In der Vereinbarung steht weit mehr als nur das Bauen von Photovoltaikanlagen auf städtischen Dächern. Man will gemeinsam alles fördern, was den Einsatz erneuerbarer Energie und neuer Technologien zum Ziel hat. Und man will auch Firmen und private Verbraucher beraten, wie sie regenerative Energie besser nutzen können. Einer der wichtigsten Punkte ist allerdings: «Vorrangig kommunale Objekte auf den Einsatz innovativer Technik zur Wärmeerzeugung überprüfen». Umgesetzt werden sollen die Projekte vor allem mit dem örtlichen Handwerk. Darauf legt Bürgermeister Bertram besonders Wert.
Im Rathaus und bei der EWV wird bereits eifrig nachgedacht, was alles aus dem großen Bereich von regenerative Energien und CO2-Minderung möglich ist. In drei bis vier Wochen, so ist geplant, wird direkt vor dem Rathaus eine Elektro-Tanksäule aufgestellt. Da können die Fahrer von Elektroautos ihre Fahrzeuge auftanken. Der städtische Fuhrpark wird ein solche Fahrzeug erhalten, bestätigt die EWV. Angedacht ist auch, einen Solarpark auf einer großen Fläche anzulegen, die in städtischem Besitz ist, und zwar auf einem ungenutzten Teil des Bezirksfriedhofs bei St. Jöris.
Vom Dach des Rathauses aus kann man wunderbar weit schauen. «Hier oben bin ich jetzt auch zum ersten Mal», versicherte der Bürgermeister. Weit geht der Blick: im Süden der Stadtwald, östlich das Kraftwerk Weisweiler. 20 Jahre lang soll die Fotovoltaikanlage auf dem Rathausdach wartungsarm laufen, versicherten Vertreter der Firma Adapton GmbH, die diese Anlage errichtet hat.
Auf 84,6 Quadratmetern Fläche lässt sich eine Netzeinspeisung von 10.360 Kilowattstunden im Jahr erreichen. Dadurch spart man, so rechnet die Stadt vor, 9163 Kilogramm CO2 im Jahr ein. Knapp zehn Tonnen Kohlendioxid.
Das RWE-Kraftwerk Weisweiler stößt jährlich rund 20 Millionen Tonnen CO2 aus - im Jahr 2008 waren es laut Schadstoff-Freisetzungsregister des Bundesumweltamtes 21,6 Millionen Tonnen. 10 Tonnen Einsparung hier, 21.600.000 Tonnen Ausstoß dort. Klimaschutz ist, wie man vom Dach des Rathauses aus gut sehen kann, ein mühsames Geschäft.
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